Tätigkeitsbericht 2015/16

Tätigkeitsbericht 2014/15

Festschrift 2008

Unsere neuen Tätigkeitsberichte erstellen wir nach dem Social Reporting Standard (SRS), um unsere Arbeit und ihre gesellschaftliche Wirkung zu dokumentieren. Wir danken dem Verein Social Reporting Initiative e.V. (SRI) für die Bereitstellung von Wissen und Vorlagen.

Meilensteine

Das zkm erwuchs Ende 2002 aus dem Projekt "KIKUS - Sprachförderung DEUTSCH (+ Erstsprachen) im Vor- und Grundschulalter", das seit 1998 sehr erfolgreich in München und im gesamten deutschsprachigen Raum durchgeführt wird. Zeitgleich wurde die Abteilung "KIKUS - ENGLISCH spielen & lernen" eingerichtet. Seitdem wurden Angebote und Aufgabenbereiche konstant ausgebaut...

Die Sozialpädagogin Gabriele Seifferth war den „Spagat“ leid, den sie als Leiterin des städt. Schulkindergartens permanent zu leisten hatte: Etwa die Hälfte der von ihr betreuten Kinder sprach und verstand so wenig Deutsch, dass eine schulvorbereitende Arbeit nicht möglich war. Sie suchte seinerzeit Unterstützung bei der Sprachenschule ISUS und traf dort auf Edgardis Garlin, die sich der Aufgabe annahm, einen „Deutschkurs für ausländische Kinder“ durchzuführen.

Der KIKUS-Samen war gepflanzt.

Bettina Mühlhofer, Referentin für Ausländerarbeit im Evang.-Lutherischen Dekanatsbezirk, erfuhr von KIKUS durch einen Antrag auf finanzielle Unterstützung, der bei ihr eingereicht wurde. Sie begleitete Edgardis Garlin fast ein Jahr lang in einem KIKUS-Kurs und schaute sich die Arbeit und die Erfolge bei den Kindern sehr, sehr gut an. Dann entschied sie: Diese Sprachförderung braucht Förderung! Sie sorgte für eine Anschubfinanzierung und ermöglichte damit zwei Viertel- Stellen: eine Projektleitung (Dr. Edgardis Garlin) und eine wissenschaftliche Leitung (Dr. Angela Guadatiello). Nur so konnte das Überleben des Projekts gesichert werden.

Mit der Veröffentlichung der PISA-Studie 2000 setzte ein regelrechter „Sprachförder-Boom“ ein; die Nachfrage nach Fortbildungen stieg sprunghaft an.

Nach bereits drei Jahren Praxis-Erfahrung war es den KIKUS-Mitarbeiterinnen sofort möglich, die KIKUS-Methode auch an Erzieher/innen und andere Fachkräfte weiterzuvermitteln – aus der Praxis für die Praxis.

Ein erklärtes KIKUS-Ziel war und ist es, so viele Kinder so schnell wie möglich auf kompetente Weise zu erreichen. Das Fortbildungsprogramm ist bis heute eine der stärksten KIKUS-Säulen.

Das KIKUS-Projekt wuchs und wuchs, aber ein finanzieller Segen war in dieser gemeinnützigen „Branche“ ganz sicher nicht zu erwarten. KIKUS brauchte ein eigenes, passendes Dach. Deshalb gründeten im September 2002 sieben engagierte Menschen das Zentrum für kindliche Mehrsprachigkeit e.V. (zkm), das auch Raum für andere Projekte bieten sollte. Das zkm gilt heute deutschlandweit als Kompetenzzentrum für alle Fragen rund um die Mehrsprachigkeit von Kindern. Über 100 aktive Mitglieder und Fördermitglieder engagieren sich – überwiegend ehrenamtlich – im Verein.

Von der ersten Fördereinheit an begann Edgardis Garlin, spezifische Materialien für diese neue Form des spielerischen Unterrichts zu entwickeln. Nachdem sie selbst eine zweisprachige Familie hat, lag ihr dabei das Einbeziehen der Familiensprachen der Kinder besonders am Herzen. Mehrsprachigkeit ist ein erklärtes Bildungsziel und es gibt keinen Grund, das in den Familien vorhandene Potenzial nicht zu nutzen. Außerdem zeigt man auf diese Weise den Eltern, dass man sie und ihre mitgebrachten Kulturen respektiert und schätzt.

Garlins Kozept wurde sehr liebevoll umgesetzt: grafisch von Dr. Stefan Merkle und musikalisch von Augusto Aguilar. Vier Jahre lang publizierte der Verein die Materialien im Eigenverlag – eine harte, aber erfolgreiche Zeit.

Dieser Preis, vergeben von der Landeshauptstadt München, dem Ausländerbeirat München und der Lichterkette e.V., war die erste öffentliche Auszeichnung des KIKUS-Projekts auf kommunaler Ebene. Für das KIKUS-Projekt und seine Mitstreiter war es enorm wichtig, nach so vielen Jahren des Engagements diese Anerkennung zu erhalten.

Aus dem KIKUS-Projekt wurde das KIKUS-Programm.

 

Für die Kindergärten und die anderen Einrichtungen, die inzwischen ihre Kinder systematisch nach der
KIKUS-Methode förderten – und viel dafür getan hatten (!) –, war es wichtig, dies auch nach außen zeigen zu können.

Für das zkm war es wichtig, die KIKUS-Qualität zu sichern.
Das Ergebnis: Der Aufbau aktiver Partnerschaften durch das KIKUS-Siegel.

Die Auszeichnung durch den bundesweit ausgeschriebenen Preis im Bereich der frühkindlichen Bildung war ein wahrer Meilenstein in der KIKUS- Geschichte! Gesucht waren Projekte zur Förderung von Chancengleichheit. Mehr als 330 Bewerber waren „im Rennen“ – für das zkm war Eva Götz federführend dabei. Das
KIKUS-Programm wurde von der Juryvorsitzenden Prof. Dr. Rita Süßmuth als eines der vier besten Projekte ausgezeichnet. Diese Anerkennung führte u.a. dazu, dass das zkm dazu berufen wurde, am Nationalen Integrationsplan der Bundesregierung (2007) mitzuarbeiten.

Seit dem Beginn der Zusammenarbeit mit dem renommierten Sprachenverlag Hueber wandert KIKUS in die weite Welt hinaus ... Weil Kinder auf der ganzen Welt Deutsch lernen, werden die KIKUS-Materialien schon in über 50 Ländern benutzt.

Die positiven Rückmeldungen haben den Verlag und das zkm dazu bewogen, die KIKUS-Materialien in andere Sprachen zu übersetzen. Für das zkm ist der Hueber Verlag mit seinem Know-how, seiner Offenheit und seinem Qualitätsbewusstsein ein wahrer partnerschaftlicher Gewinn.

Siemens unterstützte die KIKUS-Arbeit schon seit mehreren Jahren durch die Übernahme von Kurspatenschaften. Seit 2008 gibt es eine Kooperationsvereinbarung: Zum 10-jährigen Jubiläum finanzierte Siemens 10 Kurse und Fortbildungen in ganz Deutschland.

Auch in anderen Bereichen zog man gemeinsam an einem Strang, z. B. bei der Weiterentwicklung der KIKUS-Materialien und bei der noch weiter reichenden Verbreitung des Programms. Die für mehrere Jahre geplante Kooperation wurde beim KIKUS-Jubiläumsfest am 15. November 2008 offiziell bekannt gegeben. Siemens stellte für diese Feier das SiemensForum und mehr zur Verfügung. Das zkm sah der Zusammenarbeit voller Freude und Tatendrang entgegen ...

10 Jahre KIKUS! Großes Fest am 15. November 2015

 
 

Im Januar 2009 wurde von Regina Friedrich und Dr. Edgardis Garlin in Österreich der Verein „Zentrum für kindliche Mehrsprachigkeit – Austria“ gegründet.

Das Kooperationsprojekt besteht seit 2011 zwischen der Siemens Stiftung und dem zkm. Ziel ist es, die Bildungssprache Englisch mit KIKUS zu vermitteln. Darüber hinaus finden regelmäßig Fortbildungen für Englisch als Zweitsprache in Kapstadt und weiteren Orten statt, um pädagogisches Personal in der KIKUS-Methode auszubilden.

Auch die Deutsche Schule (DSK) und deutschsprachige Kindergärten in Kapstadt arbeiten mit KIKUS Deutsch, Englisch und Xhosa.

Weitere Infos zu KIKUS Southafrica

Am 15. November 2012 war es soweit: Wir feierten unser 10-jährges Vereinsbestehen. Doch wir hatten doppelten Grund zur Freude. Denn KIKUS war an diesem Tag ein "ausgewählter Ort 2012" der Initiative Deutschland - Land der Ideen. Diesen Preis durften wir gemeinsam mit unserem Kooperationspartner Siemens Stiftung entgegen nehmen.

Gefeiert wurde mit über 100 Gästen im Café Philoxenos. Geladen waren Vertreter aus Politik, Gesellschaft, Wirtschaft... sowie langjährige Freunde und Förderer des Vereins.

Frau Dr. Filtzinger und Frau Dr. Garlin begrüßten zum Auftakt die Gäste sehr herzlich. Anschließend überbrachten Stadträtin Jutta Koller und Ariane Derks, Geschäftsführerin der Land der Ideen Management GmbH, ihre Grußworte. Die Laudatio hielt Stephan Jugenheimer, Mitglied der Geschäftsleitung der Deutschen Bank. Dann erfolgte die feierliche Pokalübergabe.

Im Anschluss gab es von Seiten des KIKUS-Teams eine Rückschau und einen Ausblick mit neuen Ideen aus dem Zaubersack. Dabei wurde die Initiative "Köpfe für KIKUS" vorgestellt und langjährige Förderer ausgezeichnet, die sich auf unterschiedlichste Weise in den vergangenen Jahren für KIKUS und das zkm stark gemacht haben.

Ja, und dann wurde richtig gefeiert: Internationale Musik von und mit Chino Augusto und Oliver Blume sowie griechische Gaumenfreuden sorgten für gute Stimmung und beste Unterhaltung bis in die Nacht hinein.

Die kostenlose interaktive Sprach-Lern-Software wurde in Kooperation mit der Siemens Stiftung entwickelt und fördert die Mehrsprachigkeit im Klassenzimmer - in Deutsch, Englisch und Spanisch.

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Weitere Infos zum aktuellen Stand des Projekts finden Sie hier

In Kooperation mit der Lokando AG ...