Unsere Arbeit basiert auf wissenschaftlichen Grundlagen, insbesondere auf der Funktionalen Pragmatik (Handlungstheorie der Sprache; Jochen Rehbein 1977, Konrad Ehlich 1996). Wir begreifen Sprechen als eine der wichtigsten Formen des menschlichen Handelns in der Interaktion. Spracherwerb verläuft nicht über den Erwerb einzelner Ausdrücke, sondern über den Erwerb sprachlicher Handlungsmuster, die bestimmte Zwecke erfüllen. Sprachliche Handlungsmuster (z.B. Aufforderung, Frage-Antwort, Erzählen etc.) weisen in verschiedenen Gesellschaften und Sprachen unterschiedliche Formen auf (man denke z.B. an die verschiedenen Varianten des Sich-Begrüßens oder des Schenkens). Im Verlauf des Spracherwerbs werden die sprachlichen Handlungsmuster durch sprachliche Mittel „gefüllt“ und weiter ausgebaut. Dies ist bei der Sprachvermittlung zu berücksichtigen.

Auf dieser wissenschaftlichen Grundlage wurde 1998 von Dr. Edgardis Garlin in der praktischen Anwendung die KIKUS-Methode entwickelt - eine Mehrsprachigkeitsdidaktik.